
BSG-Vorlesewettbewerb 2023
Johannes (6a) zum Schulsieger gekürt

Wenn die griechische Göttin Artemis auf dem geheimnisvollen achten Kontinent Jagd auf die schreckliche Schlange bei Harry Potter macht, während wohlklingende Musik ertönt, dann wird es spannend, so richtig spannend.
Gut – ganz so gingen die Geschichten, welche von den Klassensiegern des Vorlesewettbewerbs zum Besten gegeben wurden, nicht, doch das aus allen Schülern der 6. Jahrgangsstufe und so manchem Lehrer bestehende Publikum wurde für zwei Stunden in den literarischen Bann gezogen.
Geschafft haben das die drei Klassensieger, Johannes (6a), Lilly (6b) und Katja (6c), mit besonders ausdrucksstarken und mitreißenden Vorträgen. Zunächst lasen sie eine Textstelle aus einem selbstgewählten Buch. Johannes hatte sich für Astrid Lindgrens „Die Brüder Löwenherz“, Lilly für Joanne K. Rowlings „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ und Katja für THiLOs „Der geheime Kontinent“ entschieden. Beim Vorlesen ging es nicht nur darum, das Publikum in die Welt der Fantasie zu entführen, sondern die Jury musste überzeugt werden. Diese bewertete die Lesesicherheit, die Interpretation der Textstelle und die Auswahl einer geeigneten Textstelle.
Den Vorlesewettbewerb gibt es schon seit 1959. Er wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins veranstaltet und wird bundesweit ausgetragen. Jede teilnehmende Schule ermittelt aus den Klassensiegern einen Schulsieger. Danach geht es zum Kreisentscheid, an dem alle Schulsieger des Landkreises teilnehmen. Über den Bezirks- und dann den Landesentscheid geht es für die besten Vorleser jedes Bundeslandes nach Berlin, um den besten Vorleser Deutschlands zu ermitteln.
Gerade weil der Wettbewerb so groß ist, gibt es ganz genau festgelegte Regeln und Bewertungskriterien. Trotzdem hatte es die Jury in diesem Jahr nicht leicht, lasen Johannes, Lilly und Katja doch alle so souverän. In der letzten Runde, dem Vortrag einer unbekannten Textstelle, setzte sich dann Johannes (6a) durch. Die drei Kandidaten mussten jeweils eine Sage aus Dimiter Inkiows „Als Zeus der Kragen platzte“ vorlesen. Hier zitterte das Publikum, als Johannes allein mit seiner Stimme Aktaion in die Aula des BSG holte. Aktaion wurde von der griechischen Göttin Artemis wegen seiner zügellosen Jagdlust in einen Hirsch verwandelt. Die Entwicklung vom rücksichtslosen, die Verfolgung des Wildes genießenden Jäger zu einem wehrlosen und von den eigenen Hunden gejagten Hirsch stellte Johannes so eindringlich dar, dass jeder Anwesende vergaß, eigentlich in einem Schülerwettbewerb zu sitzen.
Doch insgesamt bereiteten alle drei Kandidaten dem Publikum einen wunderschönen literarischen Vormittag. Auch die musizierenden Klassenkameraden Josefine und Florentina (Klavier), Moritz und Silas (Gitarre), Lotta (Querflöte) und Johannes (Trompete) trugen dazu bei, dass der Schülerwettbewerb zu einem kulturellen Ereignis wurde.
Für den Kreisentscheid im Januar wünscht das BSG dem Vorlesekönig Johannes viel, viel Erfolg.
