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News 2019

„Wir dürfen unsere Demokratie nicht als Selbstverständlichkeit erachten“MdB Marianne Schieder steht BSG-Schülern Rede und Antwort

In der Ge­sprächs­run­de tausch­ten sich MdB Ma­rian­ne Schie­der und BSG-Schü­ler of­fen aus.

An­läss­lich des Eu­ro­pa-Pro­jekt­tags an Schu­len be­such­te die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te für den Wahl­kreis Schwan­dorf-Cham Ma­rian­ne Schie­der (SPD) das Bad Kötz­tin­ger Gym­na­si­um. 25 in­ter­es­sier­ten Schü­l­ern der Jahr­gangs­stu­fen neun bis zwölf war es mög­lich, sich ganz ex­k­lu­siv mit der er­fah­re­nen Po­li­ti­ke­rin aus­zu­tau­schen. Man hat­te sich ins „Grü­ne Klas­sen­zim­mer“ zu­rück­ge­zo­gen, saß im Stuhl­kreis und sprach über al­le po­li­ti­schen The­men, wel­che die Ju­gend­li­chen ins Feld führ­ten.

Na­tür­lich­keit aus­strah­lend und ih­rer baye­ri­schen Hei­mat verpf­lich­tet – wie man Frau Schie­der auch aus den Me­di­en kennt – stell­te sie sich zu­nächst den BSG­lern als Po­li­ti­ke­rin vor. Sch­nell war das Eis ge­bro­chen und die Schü­ler wen­de­ten sich bei­spiels­wei­se be­sorgt über den na­tio­na­lis­ti­schen Trend in und au­ßer­halb Deut­sch­lands an die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te. Die­se be­zog – wie zu al­len The­men – ein­deu­tig Stel­lung und ver­ur­teil­te den über­trie­be­nen Na­tio­na­lis­mus hef­tig. Sie grenz­te den ge­sun­den Pa­trio­tis­mus, der ins­be­son­de­re den Bay­ern zu ei­gen sei, da­von ab. Die EU stel­le das Pa­ra­de­bei­spiel, wie Na­tio­na­lis­mus über­wun­den wer­den kön­ne, dar. Die Mit­g­lieds­staa­ten be­wah­ren ih­re Iden­ti­tät und ar­bei­ten in ih­rer Viel­sei­tig­keit zu­sam­men.

Den „Br­e­x­it“ be­zeich­ne­te Schie­der als Pro­b­lem ei­nes über­s­tei­ger­ten Na­tio­na­lis­mus, der le­dig­lich von ei­nem Teil der bri­ti­schen Be­völ­ke­rung ge­tra­gen wer­de. Das Er­geb­nis des Re­fe­ren­dums im Jahr 2016 sei vor al­lem dar­auf zu­rück­zu­füh­ren, dass vie­le Men­schen nicht zur Wahl ge­gan­gen und ih­rer po­li­ti­schen Ver­ant­wor­tung nicht nach­ge­kom­men sei­en. In die­sem wie auch in an­de­ren Zu­sam­men­hän­gen ap­pel­lier­te die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te an die Schü­ler, sich stets ih­rer Pf­licht be­wusst zu sein und nicht zur schwei­gen­den Mas­se zu ge­hö­ren. Denn De­mo­k­ra­tie, Frei­heit und Frie­den sei­en kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Auch der klei­ne Mann und die klei­ne Frau dürf­ten Po­li­tik nicht als Bring­schuld der Po­li­ti­ker be­g­rei­fen. En­ga­ge­ment und In­ter­es­se müss­ten von je­dem ge­zeigt wer­den. Da­bei dür­fe man sich aber auch nicht von po­pu­lis­ti­schen Aus­sa­gen in­stru­men­ta­li­sie­ren las­sen.

Die Dis­kus­si­on blieb nicht auf Deut­sch­land- oder EU-Ebe­ne ste­cken, son­dern dehn­te sich auch in die Welt­po­li­tik aus. Ge­ra­de für die Art des Re­gie­rens von US-Prä­si­dent Trump zeig­te MdB Schie­der kei­ner­lei Ver­ständ­nis, und fand hef­ti­ge Wor­te. Wer via „Twit­ter“ re­gie­re, sei ver­rückt. Auch sein un­be­irr­ba­res und un­be­lehr­ba­res Han­deln im Nah­ost-Kon­f­likt so­wie der völ­lig sinn­lo­se Mau­er­bau an der Gren­ze zu Me­xi­ko zeig­ten dies.

Wie kom­plex das Po­li­tik­ma­chen ei­gent­lich ist, wie­viel es von den Ver­ant­wort­li­chen for­dert, wur­de deut­lich, als ei­ne Schü­le­rin ei­ne Er­klär­ung für die an­dau­ern­den Rüs­tungs­ex­por­te der BRD auch in nicht de­mo­k­ra­ti­sche Staa­ten such­te. Schie­der wich nicht aus, son­dern er­läu­ter­te ge­dul­dig und ver­ständ­lich die wirt­schaft­li­chen Ver­f­lech­tun­gen mit an­de­ren Pro­du­zen­ten aus der EU, die Verpf­lich­tun­gen, die sich aus vor Jah­ren er­teil­ten Ge­neh­mi­gun­gen er­gä­b­en und wie den Akteu­ren kurz­fris­tig die Hän­de ge­bun­den sei­en, auch wenn die Mo­ral vi­el­leicht ein an­de­res Han­deln for­dern wür­de.

Letzt­lich wa­ren die zwei Schul­stun­den ein­fach zu kurz, um al­le Fra­gen der Schü­ler be­ant­wor­ten zu kön­nen, wes­halb auch über den Schul­schluss hin­aus wei­ter­dis­ku­tiert wur­de. Die BSG­ler wa­ren sich mit der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten ei­nig: In Deut­sch­land ist die Zeit, in der die EU le­dig­lich als Re­gel-In­stanz für die zu­ge­las­se­ne Krüm­mung von Gur­ken wahr­ge­nom­men wer­de, end­gül­tig vor­bei. Die EU ist ein gro­ßes Wirt­schafts- und Frie­den­s­pro­jekt. Die EU muss zu­sam­men­ste­hen, auch um welt­po­li­tisch ge­gen Su­per­na­tio­nen ei­ne Stim­me zu ha­ben.

Schul­lei­te­rin Bir­git Mai­er, die Or­ga­ni­sa­to­rin des Pro­jekt­ta­ges So­zial­kun­de­lehr­kraft Sa­rah Neu­ner und al­le an­we­sen­den BSG­ler be­dan­ken sich noch­mal herz­lichst für die in­for­ma­ti­ve, lehr­rei­che und kur­z­wei­li­ge Ge­sprächs­run­de bei der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Schie­der.

Das va be­ne-Team steu­er­te le­cke­re und krea­ti­ve EU-Muf­fins bei.