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Benedikt-Stattler-Gymnasium
Bad Kötzting
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Latein

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Bayerische Politik und antike KunstExkursion der Lateinkurse Q11 /12 in die Staatskanzlei und in die Glyptothek

Im Trend der ak­tu­el­len Po­li­tik­ver­dros­sen­heit in­ter­es­siert sich die Ju­gend nicht mehr für Po­li­tik? Weit ge­fehlt. Denn im Rah­men der Latein­kur­se der Ober­stu­fe mach­ten sich 35 Ober­stu­fen­schü­ler des Be­ne­dikt-Statt­ler-Gym­na­si­ums auf den Weg nach Mün­chen, um vor­mit­tags die baye­ri­sche Staats­kanz­lei und am Nach­mit­tag die Glyp­to­thek am Kö­n­igs­platz zu be­su­chen.

Ein wich­ti­ger Punkt des Lehr­plans in der Ober­stu­fe Latein stellt die Be­schäf­ti­gung mit der Po­li­tik dar. In­dem ver­schie­de­ne Staats­ent­ste­hungs­leh­ren und Staats­de­fini­tio­nen so­wie Staats- und Ver­fas­sungs­for­men von der An­ti­ke bis zur Neu­zeit mit­ein­an­der ver­g­li­chen wer­den, er­ken­nen die Schü­le­rin­nen und Schü­ler die Be­deu­tung ei­ner grund­sätz­li­chen theo­re­ti­schen Au­s­ein­an­der­set­zung mit Ur­sprung, We­sen und Auf­ga­ben ei­nes Staa­tes. Ein Be­such in der Baye­ri­schen Staats­kanz­lei soll­te ih­nen ver­deut­li­chen, dass die an­ti­ken The­o­ri­en das mo­der­ne Staats­den­ken und De­mo­k­ra­tie­ver­ständ­nis be­grün­det und ent­schei­dend ge­prägt ha­ben. Vor Ort wur­den die Schü­le­rin­nen und Schü­ler und ih­re bei­den Lehr­kräf­te Si­mo­ne Gru­ber und Ste­fa­nie Macha­rows­ky von Ober­re­gie­rungs­rat Flo­ri­an Lu­der­sch­mid vor der Staats­kanz­lei emp­fan­gen. Die Füh­rung be­gann mit der Be­sich­ti­gung des Kup­pel­baus, der die Teil­neh­mer, die al­le Latein in der Ober­stu­fe ge­wählt hat­ten, an das Pan­the­on in Rom er­in­ner­te. Im An­schluss da­ran er­fuh­ren die Schü­ler, wel­che Funk­ti­on die Staats­kanz­lei­über­nimmt und was zu ih­ren Auf­ga­ben zählt. So un­ter­stützt sie den Mi­nis­ter­prä­si­den­ten und die Staats­re­gie­rung in ih­ren ver­fas­sungs­mä­ß­i­gen Auf­ga­ben. Sie ko­or­di­niert eben­so die Tä­tig­keit der Mi­nis­te­ri­en, be­rei­tet Mi­nis­ter­rats­sit­zun­gen und Be­schlüs­se der Staats­re­gie­rung vor, be­ar­bei­tet An­trä­ge, Er­klär­un­gen und Ent­schei­dun­gen des Mi­nis­ter­prä­si­den­ten und der Staats­re­gie­rung, um nur ein paar Auf­ga­ben zu nen­nen. Nach die­ser all­ge­mei­nen Ein­füh­rung in das po­li­ti­sche Sys­tem des Frei­staa­tes Bay­ern be­ka­men die Schü­le­rin­nen und Schü­ler die Mög­lich­keit, den Sit­zungs­saal der Staats­kanz­lei zu be­sich­ti­gen und die Stüh­le des Mi­nis­ter­prä­si­den­ten und der ein­zel­nen Mi­nis­ter so­wie der Staats­se­k­re­tä­re zu tes­ten. Herr Lu­der­sch­mid er­läu­ter­te, ein baye­ri­sches Lan­des­ge­setz als Ge­setz­ent­wurf der Staats­re­gie­rung in den Mi­nis­te­ri­en er­ar­bei­tet und im Ka­bi­nett be­sch­los­sen wird, ehe es im Land­tag be­ra­ten und sch­ließ­lich ver­ab­schie­det wer­den kann. Mit vie­len Ein­drü­cken ging es dann in die Kan­ti­ne des Staats­mi­nis­te­ri­ums für Er­näh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten, wo sich die Teil­neh­mer stär­ken konn­ten.

Da sich in der 12. Jahr­gangs­stu­fe die Schü­ler mit dem so­ge­nann­ten gol­de­nen Zei­tal­ter des Kai­sers Au­gus­tus und des­sen Aus­wir­kun­gen auf die eu­ro­päi­sche Kunst, Mu­sik und Li­te­ra­tur von der An­ti­ke bis zur Ge­gen­wart be­schäf­ti­gen, stand am Nach­mit­tag der Be­such der Glyp­to­thek am Kö­n­igs­platz, auf dem Pro­gramm. Der an­ti­ken­be­geis­ter­te Kö­n­ig Lud­wig I. mach­te sei­ne be­deu­ten­de Samm­lung von grie­chi­schen und rö­mi­schen Skulp­tu­ren für die Öf­f­ent­lich­keit zu­gäng­lich, in­dem er die Glyp­to­thek er­rich­ten und 1830 er­öff­nen ließ. Die Ober­stu­fen­schü­ler er­hiel­ten hier ei­ne all­ge­mei­ne Ein­füh­rung in die Kunst der Skulp­tur. Schwer­punkt der Füh­rung war der ers­te Kai­ser Roms, Au­gus­tus, dem es ge­lang die lan­gan­dau­ern­den Bür­ger­krie­ge zu be­en­den und ei­ne Zeit des Frie­dens zu be­grün­den. Aus­ge­hend von ei­nem Por­trät des Prin­zeps mit der Bür­ger­kro­ne, die ihm ver­lie­hen wur­de, da er sich für al­le rö­mi­schen Bür­ger ein­ge­setzt hat­te, er­fuhr man, wie es dem Herr­scher ge­lang, mit­tels der Kunst sei­ne Po­li­tik dem Volk zu prä­sen­tie­ren. Die­ses Por­trät, das übe­rall im rö­mi­schen Reich auf­ge­s­tellt wur­de, re­prä­sen­tiert Macht und Wür­de. Übe­r­ein­stim­mend stell­ten die Schü­ler fest, dass die Be­sich­ti­gung von Sta­tu­en, Büs­ten und Bild­nis­sen in der Glyp­to­thek ih­nen ei­nen gu­ten Ein­blick in die For­men kai­ser­zeit­li­cher Re­prä­sen­ta­ti­on und Selbst­dar­stel­lung des Herr­schers er­mög­lich­te. So stand die­se Fahrt nach Mün­chen gan­zim Sin­ne ei­nes le­ben­di­gen Latein­un­ter­richts, der un­se­ren Schü­le­rin­nen und Schü­l­ern die Ak­tua­li­tät der im Un­ter­richt ge­lern­ten The­men auf­zei­gen soll.