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Benedikt-Stattler-Gymnasium
Bad Kötzting
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Aktuelles 2018

Vorlesetag am BSG

So kann ei­ne von Herrn Ef­fen­hau­ser vor­ge­le­se­ne Ge­schich­te ban­nen.

Es muss an ei­nem Sonn­tag­mor­gen ge­we­sen sein. Mei­ne El­tern müm­mel­ten noch oder wie­der in ih­rem Bett, ob­wohl es drau­ßen schon hell war. Nur sonn­tags schlüpf­ten sie, nach­dem sie die die fünf Kühe, un­ser Schwein, die sich stets än­dern­de An­zahl der Hüh­ner und die vie­len Kat­zen ge­füt­tert hat­ten, wie­der un­ter die Bett­de­cke. Nur sonn­tags war es so un­end­lich ge­müt­lich, dass ich gern die Zeit an­ge­hal­ten hät­te. Und die Zeit stand wir­k­lich still – denn mein Pa­pa las mir dann ganz flüs­ter­lich mit sei­ner tie­fen Brumm­bär­stim­me vor. Wir wa­ren mög­lichst lei­se, da­mit die Ma­ma noch et­was schla­fen konn­te. Ich aber er­leb­te die sc­höns­ten Abenteu­er – ge­ra­de die vom Mi­chel aus Lön­ne­ber­ger, ob­wohl ich doch nur ei­nen Aus­flug ins Bett mei­ner El­tern ge­macht hat­te. Das ist ei­ne mei­ner sc­höns­ten und äl­tes­ten Kind­heit­ser­in­ne­run­gen.

Auch spä­ter fand ich das Vor­le­sen noch toll. Un­ser Ma­the- und Phy­sik­leh­rer las im­mer am letz­ten Schul­tag vor den Fe­ri­en „Die lus­ti­gen Ge­schich­ten vom Max­l“ vor. Die lus­ti­gen Ge­schich­ten sind na­tür­lich für Kin­der ge­dacht, doch wir fan­den sie selbst in der 11. Klas­se noch toll. An sie er­in­ne­re ich mich nach 20 Jah­ren viel bes­ser als an al­le Fil­me, die uns im Un­ter­richt ge­zeigt wur­den – und das liegt nicht da­ran, dass ich Deut­sch­leh­re­rin ge­wor­den bin. Vi­el­leicht hat aber das Vor­le­sen – nicht nur mein Pa­pa und mein Ma­t­he­leh­rer ha­ben mir vor­ge­le­sen – da­zu bei­ge­tra­gen, dass ich Deut­sch­leh­re­rin ge­wor­den bin.

Ne­ben die­sen ganz per­sön­li­chen Glücks­ge­füh­len, die das Vor­le­sen aus­lö­sen kann, gibt es ei­ne Viel­zahl an groß an­ge­leg­ten wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en, die be­wei­sen, wie wich­tig und wert­voll es ist, vor­ge­le­sen zu be­kom­men bzw. selbst zu le­sen: Das so­zia­le Emp­fin­den und das Ver­hal­ten von Kin­dern wer­den deut­lich po­si­tiv be­ein­flusst, die Sprach­ent­wick­lung wird ge­för­dert, Kin­der ler­nen sel­ber viel sch­nel­ler le­sen, Fan­ta­sie und Kon­zen­t­ra­ti­ons­fähig­keit wer­den ge­s­tei­gert und und und.

Am BSG ist man sich na­tür­lich über die po­si­ti­ven Ef­fek­te des (Vor-)Le­sens im Kla­ren. Des­halb wird auch je­des Jahr der deut­sch­land­wei­te Vor­le­se­tag ge­fei­ert. Ei­gent­lich woll­te auch in die­sem Jahr der Bad Kötz­tin­ger Bür­ger­meis­ter Mar­kus Hof­mann den Fünft­kläss­lern ei­ne Freu­de ma­chen und ih­nen im Le­sa­ri­um vor­le­sen. Lei­der muss­te er aber kurz­fris­tig ab­sa­gen, da sei­ne Stim­me durch ei­ne Er­käl­tung stark an­ge­schla­gen war. Auf die­sem Weg wünscht das BSG gu­te Bes­se­rung. Er will den für ihn wich­ti­gen Ter­min aber wenn mög­lich un­be­dingt nach­ho­len.

Kur­zer­hand sprang dann Herr Ef­fen­hau­ser als be­g­na­de­ter Vor­le­ser ein. Dank der lus­ti­gen Ge­schich­te „Dirk und Ich“ von And­reas Stein­hö­fel durf­te das Le­sa­ri­um das Ge­ki­cher und Ge­läch­ter der drei fünf­ten Klas­sen auf­sau­gen.

Doch auch in an­de­ren BSG-Räu­men wur­de vor­ge­le­sen. Vie­le Leh­rer hat­ten ihr Lie­b­lings­buch mit­ge­bracht und nah­men sich die Zeit, ih­re Schü­ler kurz in ei­ne an­de­re Welt au­ßer­halb der Schu­le zu ent­füh­ren – da­für muss man eben nicht das Klas­sen­zim­mer ver­las­sen.

von Ve­re­na Gust