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Benedikt-Stattler-Gymnasium
Bad Kötzting
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Aktuelles 2018

Bad Kötzting auf den Spuren PoseidonsBSG-Abschlussschüler residieren am Golf von Neapel – Auch Rom besucht

Ei­ne Bus­fahrt von über 1300 km lag vor den BSG­lern, die sich zu­sam­men mit ih­ren Lehr­kräf­ten Edith Gleix­ner, Ul­rich Hör­ner und Chris­ti­na Pley­er auf den Weg an den Golf von Nea­pel mach­ten. Los ging’s mit­ten in der Nacht, erst am dar­auf­fol­gen­den Vor­mit­tag wur­de ei­ne et­was län­ge­re Pau­se in Sir­mio­ne am Gar­da­see ein­ge­legt. Dort bot sich Ge­le­gen­heit, die Grot­ten des Ca­tull, die Rui­nen ei­ner rö­mi­schen Vil­la aus dem 1. Jahr­hun­dert n. Chr., zu be­sich­ti­gen und be­reits ei­nen Vor­ge­sch­mack auf die an­ti­ken Stät­ten zu be­kom­men, die im Lau­fe der Wo­che be­sucht wer­den soll­ten. Ge­stärkt au­ßer­dem durch Kaf­fee oder Eis ging’s sch­ließ­lich wei­ter nach Pia­no di Sor­ren­to, wo abends das Ho­tel, das sich di­rekt in Ha­fen­nähe be­fin­det, be­zo­gen wur­de.

Der ers­te Tag am Golf von Nea­pel war Pom­pe­ji ge­wid­met, der Rui­nen­stadt, die im Jah­re 79 n. Chr. durch den Aus­bruch des Ve­suvs un­ter Asche und Bims­stein be­gr­a­ben wor­den war und erst im 18. Jahr­hun­dert wie­de­r­ent­deckt wur­de. Fas­zi­niert vom Um­fang und Er­hal­tungs­zu­stand der Ge­bäu­de be­wahr­hei­te­te sich für die Bad Kötz­tin­ger Gym­na­sias­ten der Aus­spruch Goe­thes: „Es ist viel Un­heil in der Welt ge­sche­hen, aber we­nig, das den Nach­kom­men so viel Freu­de be­rei­tet hät­te.“

Am nächs­ten Tag be­sich­tig­ten die Schü­ler vor­mit­tags die eben­falls aus­ge­gr­a­be­ne Vil­la Op­lon­tis in Tor­re An­nun­zia­ta. Das Land­haus der Pop­paea Sa­bi­na, der 2. Ehe­frau Ne­ros, ist mit mehr als 3000 m² über­bau­ter Fläche das größ­te Bei­spiel vor­städ­ti­scher Vil­len, die in der Re­gi­on ge­fun­den wur­den, und be­sticht durch sei­ne präch­ti­gen Wand­ma­le­rei­en. Am Nach­mit­tag wag­te man sich sch­ließ­lich ins Zen­trum von Nea­pel, was nicht nur auf­grund des groß­s­täd­ti­schen Lärms und der Dich­te an Men­schen ei­ne Her­aus­for­de­rung für so man­chen dar­s­tell­te. Letzt­end­lich ent­pupp­te sich je­doch auch das teil­wei­se ge­fürch­te­te Stadt­vier­tel Sanitá, von dem aus das un­ter­ir­di­sche Nea­pel er­kun­det wur­de, als Ort vol­ler zu­vor­kom­men­der und freund­li­cher Ita­lie­ner. Die Ka­ta­kom­ben von San Gen­na­ro und San Gau­dio­so of­fen­bar­ten den Schü­l­ern Ein­bli­cke in ei­ne in­ter­es­san­te und bi­zar­re Mi­schung aus früh­christ­li­chen und ba­ro­cken Be­stat­tungs­kul­ten.

Er­ho­lung bot der drit­te Tag durch den Be­such der Po­s­ei­don-Gär­ten, Is­chias größ­t­em Ther­mal­park mit über 20 Pools und Pan­oram­a­blick auf die herr­li­che Bucht von Ci­ta­ra. Be­geis­tert wa­ren die Ju­gend­li­chen der Ein­la­dung von An­ton Stau­din­ger, dem Ge­schäfts­füh­rer der TCM-Kli­nik Bad Kötz­ting, ge­folgt und ge­nos­sen nicht nur den Au­f­ent­halt in den Ther­men, son­dern auch die Über­fahrt auf die In­sel per Sch­nell­boot.

Der nächs­te Tag führ­te die BSG­ler weg von den gro­ßen Tou­ris­ten­strö­men ins rund 100 km wei­ter süd­lich ge­le­ge­ne Paes­tum, ei­ne als Welt­kul­tur­er­be an­er­kann­te Rui­nen­stät­te, de­ren Ur­sprung in der von den Grie­chen ge­grün­de­ten Stadt Po­s­ei­do­nia liegt. Be­son­ders se­hens­wert sind dort die drei noch recht gut er­hal­te­nen do­ri­schen Tem­pel aus der Zeit von 540 – 450 v. Chr. Auf dem Rück­weg zeig­te der Be­such des Po­s­ei­don-Tem­pels sei­ne Nach­wir­kung, so­dass man ei­nen Ab­s­te­cher an den wun­der­bar war­men Sand­strand mach­te.

Er­holt und aus­ge­schla­fen stand am nächs­ten Tag der Ve­suv auf dem Pro­gramm. Lei­der war der Mul­te­rer-Bus der Bad Kötz­tin­ger zu lang für die Auf­fahrt – das Min­dest­maß war just auf 10,5 Me­ter ver­kürzt wor­den. So muss­te man ei­nen ört­li­chen Bus neh­men, um zu dem Park­platz zu ge­lan­gen, von dem aus noch ein halb­stün­di­ger Auf­s­tieg zum Kra­ter zu­rück­zu­le­gen war. Die Aus­sicht und die Ein­bli­cke in den im­mer noch ak­ti­ven, aber ak­tu­ell ru­hen­den Vul­kan ent­schä­d­ig­ten je­doch für je­g­li­che Mühe. Wie­der heil un­ten an­ge­kom­men stärk­ten sich die Gym­na­sias­ten bei ei­nem Mit­ta­ges­sen in Er­co­l­a­no, be­vor man das dar­un­ter­lie­gen­de an­ti­ke Her­ku­la­ne­um be­sich­tig­te. Der klei­ne Ort wur­de beim Aus­bruch des Ve­suv 79 n. Chr. un­ter ei­ner vul­ka­ni­schen Schicht von ca. 20 m völ­lig be­gr­a­ben. Weil die neue Stadt dar­über er­baut wor­den war, ist der Ort nur teil­wei­se frei­ge­legt, durch den be­son­de­ren Her­gang des Un­ter­gangs je­doch in ei­nem ab­so­lut ein­zi­g­ar­ti­gen Zu­stand er­hal­ten. Die 1982 in den Boots­häu­s­ern ge­fun­de­nen Ske­let­te ver­setz­ten den Be­trach­ter rund 2000 Jah­re zu­rück und lie­ßen ihn die Angst der Men­schen vor der Na­tur­ka­tastro­phe er­ah­nen.

Tags dar­auf ver­ab­schie­de­ten sich die Schü­ler mit ei­nem la­chen­den und ei­nem wei­nen­den Au­ge von Pia­no di Sor­ren­to, freu­te man sich doch be­reits auf den Au­f­ent­halt in Rom. Nach der ge­mein­sa­men Be­sich­ti­gung des Co­los­se­ums und ei­nem Gang über das Forum Ro­ma­num stan­den je­dem noch ein paar Stun­den Zeit zur Ver­fü­gung, um die Ewi­ge Stadt un­ter per­sön­li­chen Prä­fe­ren­zen näh­er ken­nen­zu­ler­nen.

Ih­ren Ab­schluss fand die Stu­di­en­fahrt letzt­end­lich auf der Heim­fahrt, als dem Bus mit­ten in der Nacht auf der Au­to­bahn ein Rei­fen platz­te. Wäh­rend die bei­den Bus­fah­rer im An­ge­sicht ih­res Schwei­ßes inn­er­halb von ei­ner Stun­de den in­ne­ren des Zwil­lings­rei­fens wech­sel­ten, konn­ten die BSG­ler ei­nen ge­müt­li­chen Plausch ein­le­gen. Und dank der her­vor­ra­gen­den Team­ar­beit der Fah­rer ka­men die Ju­gend­li­chen am nächs­ten Vor­mit­tag so­gar noch pünkt­lich am Jahn­platz an.