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Benedikt-Stattler-Gymnasium
Bad Kötzting
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Aktuelles 2017

Vom Baum zur BurgBSGler unter der Wolframslinde und auf der Rundinger Burg

Was nicht so al­les üb­rig­b­leibt von ural­ten Zei­ten – ein Baum, der in sei­nem fast tau­send­jäh­ri­gen Le­ben schon mit­telal­ter­li­che Bau­ern, Händ­ler und Herr­scher ge­se­hen hat, eben­so Sol­da­ten aus Glau­bens- und Welt­krie­gen, Au­to­fah­rer mit Pi­lo­ten­bril­le und neu­er­dings still da­hin­g­lei­ten­de Elek­tro­fahr­zeu­ge. Auch der be­rühm­te Dich­ter und Sän­ger Wol­fram von Eschen­bach soll hier, un­ter der Wol­frams­lin­de in Ried am Haid­stein, an sei­nem eben­so be­rühm­ten Werk Par­zi­val ge­dich­tet ha­ben, und vi­el­leicht ist Wol­fram da­mals, im 13. Jahr­hun­dert, ein­mal den­sel­ben Weg ent­lang­ge­wan­dert wie die knapp 100 Schü­ler des Be­ne­dikt-Statt­ler-Gym­na­si­ums an­läss­lich ih­res Mit­telal­ter­vor­mit­tags, an dem sie die sechs Ki­lo­me­ter hin zur Run­din­ger Burg be­wäl­tig­ten. Hier konn­ten sie dann, wie je­des Jahr, mit­hil­fe ei­ner Schnit­zel­jagd das al­te Ge­mäu­er er­kun­den, das jahr­hun­der­te­lang ein Zen­tra­lort der Zi­vi­li­sa­ti­on war, be­vor es im 19. Jahr­hun­dert aus­ge­schlach­tet wur­de und zur über­wu­cher­ten Rui­ne ver­kam. Vom Wein­an­bau an den Süd­hän­gen der Burg wur­de den Schü­le­rin­nen und Schü­l­ern bei der Füh­rung er­zählt, von den gif­ti­gen Arz­nei-Pflan­zen und den Ge­rüchen der Ge­wür­ze und der La­tri­nen, vom stän­di­gen Kampf um das See­len­heil und ums täg­li­che Brot so­wie von Vor­fah­ren, die es in vi­e­lem schwe­rer hat­ten als wir und die doch ge­n­au­so wie wir Heu­ti­gen un­ter­hal­ten wer­den woll­ten, et­wa durch Hin­rich­tun­gen oder durch die Ge­sän­ge der fah­ren­den Dich­ter, und vi­el­leicht wur­de auch Wol­fram von Eschen­bach, so wie sei­nem be­rühm­ten Kol­le­gen Walt­her von der Vo­gel­wei­de in Pas­sau, hier bei uns ein teu­rer Pelz oder wert­vol­les Per­ga­ment ge­schenkt als Be­loh­nung für sei­ne wun­der­ba­ren Ge­schich­ten. Auch wur­de an die­sem Vor­mit­tag der al­te Bac­k­o­fen ver­mes­sen, auf al­te Wei­se (13 El­len bzw. drei Klaf­ter lang), die Ke­me­na­te im Pa­las mit ih­rem reich ver­zier­ten Ka­chel­o­fen und dem sc­hö­nen Burg­fräu­lein wur­de vor den in­ne­ren Au­gen wie­der ge­gen­wär­tig, und na­tür­lich – das Mit­telal­ter war ei­ne Zeit des Glau­bens wie des Kämp­fens – durf­te auch das Mi­li­täri­sche nicht feh­len, das die Burg­be­woh­ner zeit ih­res oft recht kur­zen Le­bens sehr be­schäf­tig­te, bei­spiels­wei­se die Wach­leu­te, die ein ei­ge­nes stil­les Ört­chen hat­ten, um ja nicht ih­ren Pos­ten ver­las­sen zu müs­sen, oder den Burg­sch­mied, der im Schwei­ße sei­nes An­ge­sichts Hu­f­ei­sen und Rüs­tun­gen pro­du­zier­te. Und dann wa­ren da noch die Kräf­te der Na­tur, die man schon da­mals ge­winn­brin­gend zu nut­zen wuss­te, in­dem man Wind und Was­ser das Korn mah­len ließ oder in­dem man Bö­gen, Arm­brüs­te und Schleu­dern spann­te, um auf Fein­de, Tur­nier­schei­ben oder Vö­gel zu schie­ßen. Vie­les hat sich ge­än­dert im Ver­g­leich zu heu­te, und vie­les ist seit je­her ty­pisch men­sch­lich und wird es wohl im­mer blei­ben, Fort­schritt hin, Fort­schritt her.

Mit Arm­brüs­ten und Stein­schleu­dern er­prob­ten die BSG­ler mit­telal­ter­li­che Waf­fen. Das Ziel ...

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Die Burg war zwar si­cher­lich auch im Mit­telal­ter reich be­völ­kert, doch da­mals tru­gen die ein­fa­chen Men­schen vor­nehm­lich graue und brau­ne Klei­dung. Selbst der Adel, dem bun­tes Ge­wand vor­be­hal­ten war, wür­de in An­be­tracht der heu­ti­gen Farb­pracht er­blas­sen.